Geschichte der Lutherkirche Kiel
Am 1. Oktober 1908 wurden aus der bis dahin für Kiel allein zuständigen Kirchengemeinde St. Nikolai neun selbständige Kirchengemeinden ausgegliedert, darunter die heutige Luther-Gemeinde mit zwei Pfarrstellen. Sie umfasste ein zunächst noch weitgehend ländlich geprägtes Stadtrandgebiet mit mehreren Bauernhöfen und vielen Kleingärten. Neben großen Teilen des heutigen Gemeindegebietes gehörten auch Suchsdorf, Kopperpahl, Steenbek und Projensdorf dazu. Sie erhielt den Namen „Brunswik“ nach dem der Stadt eingemeindeten früheren Dorf. Am 12. Februar 1909 wurde sie in „Luther-Gemeinde“ umbenannt.
Die Gottesdienste wurden zunächst in der Heiligen-Geist-Kirche am Klosterkirchhof und im Lutherhaus in der Gartenstraße (kriegszerstört) gehalten. In der Suchsdorfer Schule und im Hause Schweffelstraße 14 fanden die Kindergottesdienste statt. Zur Bibelstunde und zu Gemeindekreisen traf man sich in der Schweffelstraße 14 und in der Kopperpahler Allee 56.
Das erste Pastorat befand sich in der Gartenstraße 9. Als erste Pastoren der Gemeinde amtierten: Pastor Richard Harder, Bezirk I (später Luther-Ost) und Pastor Jungclausen, Bezirk II (später Luther-West). Die Kirchenvorstandssitzungen wurden in der Knabenvolksschule in der Gutenbergstraße abgehalten.

In den Jahren 1910 – 1912 wurde das Gemeindezentrum in der Schillerstraße nach den Plänen des Kirchenbauarchitekten Wilhelm Voigt errichtet. Es umfasste die Kirche mit einem Gemeindesaal unter dem Kirchenraum, zwei Konfirmandensäle, eine Küster- und eine Schwesternwohnung sowie zwei Pastorenwohnungen. Die Grundsteinlegung der Lutherkirche am 9. Oktober 1910 stand unter dem Wort „Wo der Herr nicht das Haus baut, da arbeiten umsonst, die daran bauen“ (Psalm 127, 1). Am 12. März 1912 wurde die Kirche dann durch Generalsuperintendent D. Theodor Kaftan eingeweiht.
Das Gelände in und um den Schrevenpark (damals Hohenzollernpark) wurde bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges 1914 umgestaltet bzw. bebaut. Es entstand ein Wohnviertel mit geräumigen Mietwohnungen für wohlhabendere Familien. Aus dem Schrevenpark wurde ein Erholungspark mit einem See mit Insel und Bootsvermietung. Im nordwestlichen Teil der Gemeinde entstand gleichzeitig ein größeres Wohnviertel, in dem insbesondere Werftarbeiter wohnten.
Durch die umfangreiche Bebauung stieg die Zahl der Gemeindeglieder sehr schnell an. Nach einer Zählung aus dem Jahre 1910 gehörten damals fast 17.000 Einwohner zur Luthergemeinde. Dieser stark gewachsenen Gemeinde gerecht zu werden und sie zu aktivieren, muss die beiden Pastoren vor große Aufgaben gestellt haben. Leider gibt die Chronik der Gemeinde keinerlei Auskunft darüber, wie sich die Arbeit in den Jahren 1914 – 1932 gestaltete. Nachweisen lässt sich lediglich, dass die Pastoren Harder und Jungclausen, später dann Paulsen und Hansen hier tätig waren.
Am 1. April 1932 wurden die beiden Pfarrbezirke der Luther-Gemeinde selbständige Gemeinden mit eigenen Kirchenvorständen: Luther-Ost (Bezirk I) und Luther-West (Bezirk II). In Luther-West wirkte – wie schon erwähnt – lange Jahre Pastor Hansen, ein bei allen Gemeindegliedern hochgeschätzter, treuer Seelsorger. Die Gemeinde Luther-Ost betreute von 1923 – 1933 Pastor Adalbert Paulsen, der als hochbegabter Prediger eine große Hörergemeinde unter seiner Kanzel versammelte. Nach seiner Ernennung zum Landesbischof durch die nach den Kirchenwahlen 1933 die Synode beherrschenden „Deutschen Christen“, die den Nationalsozialismus vertraten, übernahm Pastor Gustav Haacke die Gemeinde, in der er über 35 Jahre lang tätig war. Er setzte sich besonders für die soziale Betreuung seiner Gemeindeglieder ein – unterstützt von ehrenamtlichen Bezirkshelfern. Ebenso lag ihm die Verbreitung der Kirchenzeitung „Kirche der Heimat“ (früher „Am Sehrohr der Zeit“ ) und des Gemeindebriefes „Brief an Dich“ am Herzen.
Da im Gemeindebereich Luther-West in den 30er Jahren ein Rentnerwohnheim für über 300 Personen entstanden war, erhielt die Altenarbeit dieser Gemeinde ein besonderes Gewicht.
Gut besucht wurden in beiden Gemeinden die Gottesdienste (etwa 400 Personen) wie auch die Kindergottesdienste (300-400 Kinder). Ebenso rege war die Beteiligung an Frauenkreisen und Altenklubs, den Mädchenarbeitskreisen und einer sehr aktiven Gruppe der „Christlichen Pfadfinder“. Der Posaunenchor unter Leitung von Herrn Traulsen war stadtbekannt.
Allerdings führten die beiden Gemeinden trotz der gemeinsamen Kirche ein deutliches Eigenleben. Offensichtlich war auch die Lutherkirche mit in den „Kirchenkampf“ hineingezogen.
Das rege kirchliche Leben blieb trotz zeitbedingter Behinderungen bis in den Zweiten Weltkrieg hinein erhalten. Der Bombenkrieg brachte dann den totalen Niedergang, so nahmen 1944 nur noch 7 Personen am Gottesdienst teil. Ein Drittel der Häuser im Gemeindebereich wurde zerstört, keines blieb unbeschädigt, ganze Straßenzüge wurden weggefegt.

Am 4. April 1945 wurde auch die Lutherkirche zerstört, nachdem das Pastorat schon vorher schwer beschädigt und unbewohnbar geworden war. Nur der aus den Trümmern aufragende Turm war stehen geblieben – ein Hoffnungszeichen in düsterer Zeit.
Sofort nach Beendigung des Krieges begannen die Aufräumungs- und Aufbauarbeiten. Unter den Ausgebombten in den Ruinenhäusern und den vielen Heimatvertriebenen, die in den Wellblechhütten (Nissen-Hütten) auf dem Professor-Peters-Platz untergebracht waren, herrschte bitterste Not. Lebensmittel- und Kleiderspenden des Evangelischen Hilfswerkes, die von den Gemeinden verteilt wurden, konnten nur eine kleine Hilfe sein.
Für den plötzlich verstorbenen Pastor Hansen übernahm 1945 Pastor Brombach, ehemals Pastor in Ostpreußen, die Gemeinde Luther-West, in der er bis zu seinem Tod 1954 wirkte. Er widmete sich besonders der Jugendarbeit und den Problemen der Heimatvertriebenen. Auch in Luther-Ost regte sich neues Leben. Gemeindehelferinnen und Vikare förderten auch hier vor allem die Jugendarbeit. Der unter der zerstörten Kirche einigermaßen erhalten gebliebene Gemeindesaal wurde zur „Kellerkirche“ umgestaltet. Der entstandene würdige Kirchenraum war nicht nur sonntags bis auf den letzten Platz gefüllt, auch die Wochenschlussandachten am Samstagabend hatten regen Zuspruch. Bei Konfirmationen und zu Weihnachten fanden wegen der großen Besucherzahlen jeweils mehrere Gottesdienste statt.
In diesen Jahren haben sich Pastor Haacke und der Nachfolger von Pastor Brombach, Pastor Dr. Hans Rempel (seit 1955), mit ihren Kirchenvorständen unermüdlich für den Wiederaufbau der Lutherkirche eingesetzt. Die Grundsteinlegung für die neue Lutherkirche am 1. Dezember 1957 stand unter dem gleichen Wort wie bei der Grundsteinlegung der alten Kirche: „Wo der Herr nicht das Haus baut, da arbeiten umsonst, die daran bauen“. Architekt Paul Neve, Hamburg, hatte den Plan entworfen und leitete auch die Bauausführung. Es war ein bewegendes Erlebnis, als Bischof D. Wilhelm Halfmann am 9. November 1958 vor einer großen Menschenmenge die neue Lutherkirche einweihte.

Gut besuchte Gottesdienste, rege Gemeinde- und Jugendkreise, große Konfirmandengruppen und eine beachtliche Kindergottesdienstschar bestimmten wieder das Gemeindeleben. Fähige Organisten sammelten Kirchen- und Kinderchor, Flötenkreise und zeitweilig sogar einen „Kieler Knabenchor“ um sich. In Pastor Haacke hatte die Kirchenmusik einen eifrigen Förderer, während Pastor Dr. Rempel vor allem mit seinen Reiseberichten und Palästinavorträgen viele interessierte. Anfang 1968 übernahm Pastor Hans-Wilhelm Kirchhofer die Gemeinde Luther-Ost. Er versuchte, zwei Schwerpunkte zu bilden: Die Jugendarbeit in Verbindung mit Konfirmandenfreizeiten und die Annäherung der beiden Kirchengemeinden.
Die Gemeinde Luther-West erhielt im Jahre 1970 eine zweite Pfarrstelle. Pastor Rainer Sieg übernahm den 2. Pfarrbezirk vom Westring bis zum Eichhof. Seiner Initiative ist eine Kinderstube in der Gemeinde zu verdanken, wie auch die Gründung eines Redaktionsstabes zur Erstellung der Gemeindezeitung „Hier stehe ich“ und die Einführung von „Gottesdiensten in anderer Form“.
Am 4. Oktober 1971 vereinigten sich die beiden Luthergemeinden zur „Ev.-Luth. Luther-Kirchengemeinde“. Der damals gewählte neue, beträchtlich verjüngte Kirchenvorstand wurde am 12. Dezember 1971 in sein Amt eingeführt. Merkmal dieser Gemeinde blieb, dass die verschiedenen Schichten von der bürgerlichen Mitte bis zum Arbeiter vertreten sind.
Unter Beibehaltung der drei Seelsorgebezirke übernahmen die Pastoren schwerpunktmäßig unterschiedliche Aufgabenbereiche, z. B. Jugendarbeit, Altenarbeit und seelsorgerliche Beratung. Neue Arbeitsgebiete entstanden: Jungschararbeit, Kinderbibelwochen, regelmäßige Konfirmandenfreizeiten, Vorkonfirmandentage, Aussprachekreise, Besuchsdienst, jährliche Gemeindetage mit buntem Programm, Gemeindeausflüge, Seniorenfreizeiten, theologische Nachmittage des Kirchenvorstandes und verschiedene allgemeinbildende und musikalische Veranstaltungen im Herbst und Winter – ein buntes und vielfältiges Gemeindeprogramm, das bis in unsere Tage gepflegt und erhalten wird.
Nachdem Pastor Dr. Rempel in den Ruhestand getreten war, übernahm Pastor Hans Kuhn im Januar 1975 die freigewordene Pfarrstelle. Ihm verdankt die Gemeinde wesentliche Impulse für Familiengottesdienste, Nachbarschaftshilfe und Seniorenkreise.
Nach langen Bemühungen konnte endlich am 12. Juni 1981 der Grundstein für das neue Gemeindehaus, das „Lutherhaus“ – ein Anbau an das Pastorat zur Hebbelstraße hin – gelegt werden. Am 2. Oktober 1981 fand das Richtfest statt. Die Einweihung des nach den Plänen der Kieler Architekten Peter Kahlcke und Bertram Steingräber errichteten Gemeindehauses wurde in Anwesenheit von Propst Rumold Küchenmeister am Pfingstsonntag, dem 30. Mai 1982, gefeiert. Kirche und Lutherhaus bildeten von nun an einen schönen, den Aufgaben entsprechenden Mittelpunkt der Gemeinde. Das Lutherhaus ist seit dieser Zeit der Ort für kulturelle Veranstaltungen geblieben mit einem vielseitigen Angebot aus den Gebieten Theologie, Tiefenpsychologie, Literatur, Musik, Kunst. So sind z.B. bis heute an den traditionellen Reformationsveranstaltungen Professoren der hiesigen Theologischen Fakultät beteiligt.

Ein Höhepunkt des Jahres 1987 war die Gemeindewoche zum 75-jährigen Bestehen der Lutherkirche vom 8.-15. März mit vielfältigen Veranstaltungen und einer Ausstellung zur Geschichte der Lutherkirche und des Schrevenparks. Im gleichen Jahr verließ unser langjähriger Kantor Hans Brügmann die Gemeinde. Seine Arbeit mit der Luther-Kantorei setzt seitdem Jens Sievertsen fort. In diesem Jahr entstand auch die bis heute erfolgreiche Kinderkirche, eine neue Form des Kindergottesdienstes.
Unter der Leitung von Professor Dr. Herbert Donner startete im Oktober 1987 eine Reise mit Gemeindegliedern ins Heilige Land, zu den Ursprüngen des Christentums, der in den Jahren 1992 und 1998 – organisiert von Pastor Sieg – Fahrten nach Ägypten sowie Syrien und dem Libanon folgten.
Der Fall der Mauer im November 1989 brachte auch in der Luthergemeinde die Menschen aus Ost und West näher zusammen. Von Ende November bis Weihnachten waren ca. 180 Besucher aus Mecklenburg-Vorpommern im Lutherhaus zu Gast.
Im August 1991 ging Pastor Kirchhofer nach mehr als 23-jähriger Tätigkeit in den Ruhestand. Seine Nachfolgerin Pastorin Monika Kiethe wurde am 3. November 1991 durch Propst Karl Bernd Hasselmann feierlich in ihr Amt eingeführt.
Neben den vielfältigen Veranstaltungen im Gemeindeleben, wie u.a. dem Fest zum 10-jährigen Bestehen des Lutherhauses 1992, galten diese Jahre besonders dem Ausbau des sozialen Engagements. So organisierte Kirchenvorsteher Ralph Grothkopp im Juli 1992 einen Hilfsgütertransport nach Rumänien. Auch die Betreuung von Asylbewerbern aus der damaligen Sammelunterkunft Körnerstraße gehörte zu diesen Aktivitäten. Die Friedensgruppe – geleitet von Inge Loehr – gehörte mit zum festen Bestandteil der Gemeindearbeit. Seit einigen Jahren unterstützt die Gemeinde auch ein Projekt in Mosambik. Außerdem gibt es einen Eine-Welt-Stand, der sich mit seinem Engagement um ein Bewusstsein für „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ in der Gemeinde bemüht.
Die Seniorenarbeit der Gemeinde erhielt im Jahre 1992 eine besondere Förderung durch die Anstellung von Rosemarie Hofmann.
Eine künstlerische Verschönerung erfuhr die Kirche 1994/95 durch den Ankauf der Lindenholzskulpturen des polnischen Künstlers Ryszard Zajac. Inzwischen schmücken neben den Skulpturen „Joseph“ und „Maria mit dem Jesuskinde“ – in der Weihnachtszeit – Darstellungen des „Mose“, des „verlorenen Sohnes“ und der „Lutherrose“ den Altarraum.
1995 hieß es wieder von einem bewährten Mitarbeiter Abschied zu nehmen. Nach 27-jähriger Tätigkeit ging Küster Herbert Jacobs in den Ruhestand. Sein Amt übernahm Thomas Zawel.
Besondere Beachtung fand im Mai/Juni 1995 die Ausstellung „Luther 45“, eine Darstellung von Kriegsende und Nachkriegszeit in der Gemeinde, die von Walter Niebergall organisiert und betreut wurde. Im selben Jahr konnte die Kinderstube auf 25 Jahre erfolgreiche und wichtige Arbeit im Dienste der christlichen Erziehung unter der bewährten Leitung von Heidemarie Sauer zurückblicken.
Die Tradition der Gemeindefeste wurde im September 1997 unter dem neuen Motto „Ein Tag bei Luthers am Park“ fortgesetzt. Ein kirchenmusikalischer Höhepunkt des Jahres 1997 war die aufwendige Aufführung des Weihnachtsoratoriums von J. S. Bach durch die Luther-Kantorei unter der Leitung von Jens Siewertsen. Im folgenden Jahr konnte der Posaunenchor sein 85-jähriges Bestehen feiern.
Im Mai 1999 zog Pastor Sieg mit dem Pfarramt II aus der seit 1970 gemieteten Wohnung Goethestraße 30 in die Räume im 1. Stock des Pastorats um. Zwei Monate später erfolgte die Zusammenlegung der Pfarrsekretariate in der Schillerstraße unter Barbara Köhler.
Schon im Februar diesen Jahres hatte der langjährige Kirchenvorsteher Richard Dopheide für seine Verdienste um das Gemeindeleben die „Bugenhagen-Medaille“ als höchste Auszeichnung der Nordelbischen Kirche aus der Hand von Bischof Kohlwage entgegennehmen können: auch wohl eine Anerkennung für die ganze Gemeinde.
In den Jahren 1999/2000 entstanden zwei neue, geräumige Mietwohnungen und ein weiteres Dienstzimmer für die Gemeinde im Dachgeschoss des Pastorats.
Ende 1999 verabschiedete sich Pastor Hans Kuhn nach 24-jähriger Dienstzeit in den Ruhestand. Er hat sich besondere Verdienste um die Kinder- und Seniorenarbeit erworben. Mit dem Abgang von Pastor Kuhn entfiel eine Pastorenstelle, so dass an der Gemeinde nur noch 1,5 Pastoren tätig gewesen wären. Durch die Inanspruchnahme des Senior-/Junior-Modells durch Pastor Sieg konnte ab Anfang Januar 2000 zunächst das Ehepaar Dr. Ulrike und Ralf Jenett für die Verwaltung des Pfarramtes I eingesetzt werden.
Die Arbeit mit Kindern und Eltern wurde weiter ausgebaut. Die Kinderkirche erfreut sich großer Beliebtheit; ebenso wie die Kinderstube, die, mittlerweile in „Kindergarten“ umbenannt, mit 26 Kindern ausgelastet war.
Bereits Mitte des Jahres 2001 verließ das Ehepaar Jenett die Gemeinde nach 18 Monaten Tätigkeit aus persönlichen und beru
flichen Gründen. Nachfolger wurde der bis dahin an der Hamburger St. Georg-Gemeinde tätige Vikar Martin Gregor.
Mit Ablauf des Mai 2002 ging der langjähriger Organist Enno Neuendorf in den Ruhestand. Sein besonderes Interesse galt der musikalischen Ausgestaltung der Gottesdienste. Dafür dankte ihm die Gemeinde bei seiner Verabschiedung, die am 9. Juni 2002 stattfand.
Betroffen und erschüttert über den jähen Tod ihres ehemaligen Pastors Hans-Wilhelm Kirchhofer nahm die Luthergemeinde zusammen mit der Familie, den Angehörigen, dem Propst und Vertretern des Kirchenkreises in einem großen Trauergottesdienst Abschied und dankte ihm darin noch einmal für seine große Treue.
Dieser Rückblick in die Geschichte derer Luthergemeinde kann natürlich nur einen Teil dessen wiedergeben, was in 90 Jahren in ihr geschehen ist. Unzählige haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter, Pastoren und Kirchenvorsteher haben mit ihrem treuen Dienst in guten und schweren Zeiten dazu beigetragen, dass das Gemeindeleben bis auf den heutigen Tag lebendig und vielfältig geblieben ist. Ihnen allen sind wir zu großem Dank verpflichtet. Möge der Herr es ihnen reichlich vergelten. Trotz mancher Schwierigkeiten, trotz schwindenden Einflusses der Kirche in der Gesellschaft bleibt für uns die Zuversicht, dass Gott auch in Zukunft nicht schweigen wird. Für die Lutherkirche wie für die Luthergemeinde gilt nach wie vor das Schriftwort, das ihr bei ihrer Grundsteinlegung mitgegeben wurde:
„Wo der Herr nicht das Haus baut, da arbeiten umsonst, die daran bauen“.
Text: bis 1987: Pastor i.R. H.-W. Kirchhofer
überarbeitet und bis 2002 fortgeführt von Kirchenvorsteher S. Ehmke
Lutherkirche Kiel