Luther ABC - L  

Stichwort: Luther


Luther Portrait

Martin Luther. Klar, von ihm hat unsere Gemeinde ihren Namen. Aber mal ehrlich, wissen Sie Genaues über Martin Luther? Vage Erinnerungen an einen Besuch auf der Wartburg? Vielleicht fällt dem einen oder anderen noch etwas zum Stichwort „Ablass“ ein. Aber was versteckt sich eigentlich genau hinter dem Begriff „Reformation“ oder was hatte Melanchthon mit Luther zu tun? Um unser Wissen aufzufrischen oder zu erweitern, startet mit dieser Ausgabe der Lutherpost eine neue Serie, die unser Glaubens-ABC ablöst. In den nächsten Ausgaben der Lutherpost werden Sie interessante Informationen über das Leben und Wirken von Martin Luther erfahren. Geordnet nach ausgewählten Stichworten. Hier nun gleich das erste:

Wissen Sie, was ein so genannter Persilschein ist? Der macht anschaulich, was zur Zeit Luthers ein Ablassbrief war, denn er macht eine weiße Weste. Der weiße Riese mit der römischen Waschkraft aber machte nicht nur Schwarzes sauber sondern auch selig.

Die Gedankenwelt des Ablasses ist uns heute fremd, seine Praxis aber ist aktuell – nur nicht mehr in der evangelischen Kirche: Die Vorstellung eines wachenden und den Taten entsprechend lohnenden oder strafenden Gottes samt seinem irdischen Personal, der Kirche, leitet nicht mehr unbedingt unser Tun und Lassen. Eher soll offenbar vor allem unser Unterlassen gefördert werden von einem überwachenden und Strafen verhängendem Rechtsstaat samt seinem Personal. Wer sich – meinetwegen im Straßenverkehr – etwas zu Schulden kommen lässt, der muss meist zahlen: Ein Bußgeld oder auch ein Strafgeld, je nach Schwere seiner Tat.

Das hochmittelalterliche Europa kannte den Erlass von Bußen, die von der Kirche auferlegt wurden je nach Schwere der gebeichteten Tat. Das besondere war, dass zugleich damit Strafen im Fegefeuer, einer gedachten reinigenden Vorstufe zur Seligkeit, erlassen waren. Dieses Erlassen, der Ablass, konnte erwirkt werden durch Taten, wie etwa Wallfahrten und den Kampf gegen den Unglauben – oder auch gleich gegen die „Ungläubigen“ selbst, bis hin zu den Kreuzzügen.

Aber dabei blieb es nicht: Auch das Berühren, oder schonender das Ansehen, die Verehrung, von Gegenständen und Überbleibseln heilig gesprochener Menschen erwirkte Ablass. Mit zunehmender Geldwirtschaft ersetzten Zahlungen die Taten, die Kurie verdiente gut daran, denn sie verwaltete ja den vergegenständlichten Schatz der überschüssigen Verdienste der Heiligen. Besonders seit 1477, seit Ablass erworben werden konnte für bereits Verstorbene.

Auch Luthers Landesherr, Friedrich der Weise, hatte überschäumende Weißmacher erworben, über 5000 Reliquien, die Wittenberg zum Ziel manches Pilgers werden ließ. Luther wandte sich in seinen 95 Thesen nun gegen den Missbrauch der Ablassidee, denn seine

 

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